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Notfälle



Was ist ein Notfall?
Wann sollten Sie ohne zu zögern Ihren Tierarzt aufsuchen oder
zumindest anrufen?



Bei Hunden und Katzen:



  • » Durchfall und Erbrechen wenn diese länger als einen Tag andauern
  • » Oftmaliges Erbrechen und seit Stunden kein Kotabsatz
  • » Seitenlage, Pumpende oder röchelnde Atmung
  • » Epileptische Symptome (Krämpfe, "Schaum vorm Mund", nicht ansprechbar...)
  • » Tiefe oder klaffende oder verschmutzte oder blutende Wunden
  • » Unfälle in jedem Fall (zumindest Schockbehandlung und Antibiose)
  • » Hochgradig schmerzhafte plötzliche Lahmheiten (Frakturen, Ausrenkungen)
  • » " Schliafhansl" (Mäusegerstengrannen) im Ohr, Nase, Auge, Zwischenzehenbereich, ...
  • » Einseitige Blähungen mit gespanntem Gang, Erbrechensversuche, höherfrequente Atmung (Magendrehung?)
  • » Wenn Sie gesehen haben, daß Ihr Haustier giftige Substanzen aufgenommen hat oder diese, außer Verpackungsresten, nicht mehr auffindbar sind
  • » Wenn Sie gesehen haben, daß Ihr Haustier einen Fremdkörper (Ball, Quietschpupperl, Kastanie, Wolle, Garn, Nadeln, ...) aufgenommen hat oder damit gespielt hat und jetzt unauffindbar ist



Bei Nagern:

  • » Blähungen
  • » Seitenlage, pumpende Atmung
  • » Extremitätenverrenkungen (Ausrenkung, Fraktur, ...)
  • » Bei Symptomen die Ihnen unbekannt sind, sollten Sie zumindest den nächsten Tierärztlichen Notdienst anrufen!



Anlaß Krankheitssysmtome Erste Hilfe
Augenbeeinträchtigung Blinzeln, halbgeschlossenes oder geschlossenes Auge; Lichtscheue; wäßriger bis schleimiger Augenausfluß, starke Rotfärbung der Bindehaut, graublaue Verfärbung der Hornhaut; Fremdkörper (Granne) Verringerung des Lichteinfall; kalte Bausche mit Wasser oder Kamillentee; sichtbare Fremdkörper, wenn leicht entfernbar herausnehmen; möglichst bald denTierarzt aufsuchen.
Akuter Durchfall Wäßriger Kot, gelbbraun bis blutig, vermehrter Kotabsatz Kein Futter; als Flüssigkeit leichten russischen Tee oder Kamillentee, warnhalten, keine Arzneimittel geben, rasch zum Tierarzt
Bissverletzung Oft nur kleine Wunden, die die Haut durchdringen, starke Abhebungen in der Unterhaut, erhöhte Infektionsgefahr durch Eindringen von Bakterien, tiefe Fleischwunden, starke Blutung, Knochenverletzung Fachgerechte Versorgung innerhalb 4-6 Stunden notwendig! Bis dahin flüssige Desinfektion, sauberer Verband bei blutenden Wunden oder offenen Knochenverletzungen, keine Gummiringe verwenden,
rasch zum Tierarzt
Erbrechen, Speichelfluss Würgebewegungen, Entleerung von Futter und Schleim oder weißem Schaum aus dem Mund, heftige Pfotenbewegungen zum Mund Nahrung und Flüssigkeit entziehen, Verdacht auf Fremdkörper, Entzündungen oder Infektionen, rasch den Tierarzt aufsuchen
Insektenstiche Schwellungen der Lippen und im Kopfbereich, Nesselausschlag Stachel entfernen, Gifteindringstelle kühlen, Erstickungsgefahr! – rasch Tierarzt aufsuchen
Krampfanfälle Gekrümmte Körperhaltung, Muskelzittern, eventuell Speichelfluß, Bewegungsstörungen bis zur Bewußtlosigkeit Auf den Boden legen, nichts eingeben! Sofort Transport zum Tierarzt – Decke unterbreiten.
Magendrehung Plötzliches Anschwellen des Bauches, Kurzatmigkeit Auf den Boden legen, nichts eingeben! Sofort Transport zum Tierarzt – Decke unterbreiten.
Ohrenschmerzen Kopfschütteln, Kratzbewegungen mit den Pfoten, Gleichgewichtsstörungen, plötzlich auftretendes Kopfschütteln spricht für das Eindringen einer Getreidegranne Äußeres Ohr reinigen, nicht in den gehörgang eindringen, kein Wattestäbchen verwenden, Grannen können durch Schüttelbewegungen tiefer in das Ohr eindringen, Gefahr einer Trommefellperforation – sofort zum Tierarzt!
Unfall Kopfschütteln, Kratzbewegungen mit den Pfoten, Gleichgewichtsstörungen, plötzlich auftretendes Kopfschütteln spricht für das Eindringen einer Getreidegranne Ruhig lagern, Vorsicht: Verletzte Tiere machen Abwehrbewegungen; Blutstillung durch lockeren Verband. Transport: Decke unterbreiten, vorsichtig heben und legen, sofort zum Tierarzt.
Vergiftung Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, Bewußtlosigkeit, Blutungen aus den Körperhöhlen Giftart feststellen (zerbissene Arzneipackungen zum Tierarzt mitnehmen), sofort zum Tierarzt - wenn Tierarzt nicht sofort erreichbar – Tierkohle eingeben.
Wärmestau "Hitzschlag" Starkes Hecheln, Krämpfe bis zus Bewußtlosigkeit Für Abkühlung sorgen (in den Schatten legen, mit kalten Tüchern abwischen), Tierarzt verständigen
Zeckenbiss Festgesaugtes Insekt, Rötung der Bißstelle Mit dem Finger kreisförmig den Zeckenkörper bewegen, bis dieser abfällt; Bißstelle mit Alkohol abtupfen